Die Gründung der Musikkapelle Immendingen fällt mitten in die Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71. Sechs musikbegeisterte Männer waren es, die noch im Jahre 1870 die “Musikgesellschaft Immendingen” ins Leben riefen. 1900 war der Verein auf 148 Mitglieder angewachsen. 1910 war die Zahl der Musiker auf 12 Mann zusammengeschrumpft. Die Kriegswirren des 1. Weltkrieges verhinderten lange Zeit jede musikalische Vereinstätigkeit. Nach Kriegsende war es vor allem der Tatkraft des einstigen Vorstandes, Theodor Spieß, zu verdanken, der die auf sieben Mann zurückgegangene Kapelle schon anfangs 1919 mit neuem Leben und neuer Schaffenskraft erfüllte Ohne Unterbrechung zeigte sich in den folgenden Jahren der wiedererreichte hohe Stand der Kapelle unter Führung von Kapellmeister Hässig. 

1926 - einen I a Preis in Oberstufe B in Rielasingen mit der

1926 - einen I b Preis, Oberstufe, in Spaichingen, 

1928 - einen 1. Preis (beste Tagesleistung in Engen)

1933 legte Dirigent, Karl Hässig nach 10-jähriger Tätigkeit den Dirigentenstab nieder.

Im Jahre 1935 verschied das letzte Gründungsmitglied, Wilhelm Heizmann. Groß war die Trauer. Unter vollzähliger Beteiligung der Musiker sowie des Gaupräsidenten wurde das 88 Jahre alt gewordene Gründungs- und Ehrenmitglied zu Grabe getragen. 65 Jahre lang hatte Heizmann der Musikkapelle treu und hingebungsvoll gedient. Am 1.8.1939 änderte man die Bezeichnung in Gemeindekapelle um. Im Jahre 1939 war 25 Musiker zu verzeichnen. Die Musikkapelle stand am Kriegsende vor einem Trümmerhaufen. 18 aktive Musiker kehrten aus dem Krieg nicht mehr zurück. Im Juli 1947 übernahm der in weiten Musikerkreisen bekannte Berufsmusiker Rudolf Hauser den Dirigentenstab. Unter seinem Vorsitz fasste der Gemeinderat am 12. September 1949 den einstimmigen Beschluss, die Musikkapelle in die Regie der Gemeinde zu übernehmen, nachdem sich die Musiker und die Vereinsleitung hierfür ausgesprochen hatten. Die beschlossene Vereinbarung sah vor, dass die Organisation künftig durch einen Verwaltungsrat geleitet wird, dem unter anderem der Bürgermeister als Vorsitzender, ein Gemeinderat und zwei aktive Musiker angehören. 1952 trat wieder ein Wechsel ein. Kapellmeister Hauser, der die Anzahl der aktiven Musiker durch Heranbildung von Musikschülern wesentlich erhöht hatte, schied wegen seines vorgerückten Alters als Dirigent aus. Seine Nachfolge trat wiederum Kapellmeister Karl Hässig an, der die Kapelle schon einmal, von 1923 bis 1933, dirigierte. Das zusammen mit dem 24. Hegauverbandsmusikfest im Jahre 1960 gefeierte 90jährige Jubiläum bildete einen Höhepunkt in der bewegten Vereinsgeschichte. 62 Vereine nahmen an den Festlichkeiten teil. Im Jahre 1966 wechselten Vorstand und Dirigent zugleich. Das Vertrauen als geschäftsführender Vorsitzender erhielt Rolf Gleichauf. Der hochverdiente Kapellmeister, Karl Hässig, wurde im Rahmen eines Herbstkonzertes verabschiedet. Sein Nachfolger, Georg Bauer aus Karlsruhe, bevorzugte die moderne rhythmische Blasmusik. Zu einem großen Erlebnis für die Musiker und die Einwohnerschaft gestaltete sich das vom 3. bis 6. Juli 1970 gefeierte 100jährige Jubiläum. Wohlvorbereitet durch den neugewählten Bürgermeister Helmut Mahler und den geschäftsführenden Vorsitzenden, Rolf Gleichauf, wurden die Feierlichkeiten zu einem besonderen Ereignis für die Gemeinde und ihre Musiker. 

Aus Anlass des 100jährigen Bestehens erhielt die Gemeindemusikkapelle 1971 als eine besondere Auszeichnung und in Würdigung der langjährigen Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens die Pro-Musica Plakette verliehen. 1972 wechselte das Amt des geschäftsführenden Vorsitzenden von Rolf Gleichauf zu Hermann Anders. Erst im Jahre 1975 konnte mit Klaus Scheid ein neuer Dirigent gefunden werden, der sich besonders für die Jugendausbildung engagierte.

Ein besonderes Erlebnis war 1976 für die Musiker der Auftritt im Stuttgarter Neckarstadion. Anlässlich eines Bundesligaspieles konnte die Kapelle vor ca. 70.000 Zuschauern ihre Weisen zu Gehör bringen. Anlässlich der Gemeindefeier des gleichen Jahres stellte sich der neue Dirigent, Prof. Dr. Hans Walter Berg, Direktor der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen vor. Unter diesem anerkannten Fachmann wartete die aufstrebende Kapelle bald mit anspruchsvollen Stücken auf. Mit vorbildlichem Engagement dirigierte Isidor Zeller seit November 1983 die Gemeindemusikkapelle, nachdem er zuvor für die Dauer eines Jahres als geschäftsführender Vorsitzender gewirkt hatte. 1987 ging das Amt des geschäftsführenden Vorsitzenden von Hermann Anders auf Roland Abert jun. über. Großen Anklang fand das internationale Garnisonsmusik- und Frühlingsfest vom 30. Mai bis 1. Juni 1987, verbunden mit der 5. Immendinger Gewerbeausstellung. Höhepunkt dieses Ereignisses waren ein Platzkonzert durch französische und kanadische Musiker und der Festabend, gestaltet von der 84. US-Armee-Band, französischen und kanadischen Kapellen und dem Heeresmusikkorps 10. Ihr 120-jähriges Bestehen feierte die Gemeindemusikkapelle in würdevoller Weise am 28./29. April 1990. 1986 ging die Gemeindemusikkapelle neue Wege in der Jugendarbeit. In einer großen Werbeaktion wurden auf Anhieb 15 Jugendliche gefunden, die ein Blasinstrument erlernen wollten. Nach drei Jahren war es dann soweit: Beim Frühjahrskonzert 1989 hatte die Jungbläsergruppe unter der Leitung von Isidor Zeller ihren ersten öffentlichen Auftritt. Ab Ende der 90er findet die Ausbildung der Zöglinge fast ausschließlich über die Zweigstelle der Musikschule Tuttlingen statt. Seit 1993 nimmt das Jugendorchester neben der Gemeindemusikkapelle an den Bezirkskonzerten des Bezirks Hohenhewen teil.

Im November 1992 wurde erstmals ein Konzertabend aller drei in Immendingen blasmusiktreibender Vereine durchgeführt. Anlässlich seines 10-jährigen Dirigenten-Jubiläums regte Isidor Zeller 1993 an, dass sich die Gemeindemusikkapelle wieder einmal einem Wertungsspiel stellen solle. Das Jahr 1994 war neben den üblichen Antreten gekennzeichnet durch die Vorbereitungen auf das Jahr 1995 in dem Feierlichkeiten zum 125 jährigen Bestehen der Gemeindemusikkapelle und die Teilnahme am Bundesmusikfest in Münster vorgesehen waren. Anlässlich des Aufenthalts in Münster wurden die freundschaftlichen Beziehungen zum Musikverein Friedensklang Ostendorf begründet. 

Ende 1995 legte Isidor Zeller sein Dirigentenamt nieder und übergab den Taktstock an Ekkehard Kaupp. Dieser wurde jedoch bereits Ende 1996 durch Jochen Abert abgelöst. Musikalisch entwickelte sich die Kapelle weiterhin stetig vorwärts. Zunehmend wurde aber die Enge im Probelokal zu einem drängenden Problem.

In 1997 stellte sich die Gemeindemusikkapelle erneut den Wertungsrichtern und konnte sich mit einem guten Ergebnis in der Oberstufe einreihen. Auch die Jugendkapelle nahm mit gutem Erfolg am Wertungsspiel teil. Nach zehn Jahren Tätigkeit als geschäftsführender Vorsitzender übergab Roland Abert sein Amt an Berthold Zaczyk. 

Als musikalische Höhepunkte des Jahres 1998 war das mittlerweile schon obligatorische Frühjahrskonzert und das im Zwei-Jahre-Rhythmus stattfindende Galakonzert im Herbst anzusehen. Alles überstrahlender Glanzpunkt dieses Jahres war jedoch die 16-tägige Amerika-Tournee. Sechs Konzerte vor phantastischem Publikum, unzählig positive Eindrücke im Rahmen des touristischen Rahmenprogramms und die überaus großzügige Gastfreundschaft der Gastgeberfamilien machten diese Tournee sicherlich für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Mit dem Frühjahrskonzert 1999 stand bei der Gemeindemusikkapelle erneut ein Dirigentenwechsel an. Auf Jochen Abert folgte Edgar Friedrich, der der Kapelle wiederum neue Impulse verlieh, was beim Kirchenkonzert zu hören war.

Das Jahr 2001 stand ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 900sten Geburtstag der Gemeinde Immendingen. Die “Feuermerksmusik” von Georg Friedrich Händel war das Geschenk der Gemeindemusikkapelle zum offiziellen Festakt am 21. April 2001.

Zum Ende des Jahres 2002 konnte endlich das lange schon drängende Problem mit dem zu kleinen Probelokal gelöst werden. Seit Januar 2003 probt das große Orchester als auch die Jugendkapelle in der Aula der Schlossschule. Höhepunkte in 2003 waren neben dem Besuch des Musikvereins Friedensklang Ostendorf, das traditionelle Frühjahrskonzert und die Teilnahme am Wertungsspiel anlässlich des Verbandmusikfestes im Mai in Eigeltingen. Am 17. und 18. Juli 2004 fand die erste Beachparty beim Anglerschopf statt, diese Veranstaltung sollte in zweijährlichem Rhythmus wenn kein Schlossfest ansteht stattfinden. Dies wurde für gut zehn Jahre so bleiben und ab 2014 durch ein Sommerfest im Schulhof ersetzt.

Das Frühjahrskonzert 2005 wurde auf CD aufgenommen und zum Verkauf angeboten.

Am 18.11.2007 Hielt Edgar Friedrich sein letztes Konzert als musikalischer Leiter der Gemeindemusikkapelle. Er verabschiedete sich mit einem Kirchenkonzert. Außerdem wurde 2007 die gemeinsame Jugendkapelle des Musikvereins Hattingen der Gemeindemusikkapelle und des Musikverein Zimmerns (HIZ) Gegründet.

2008 folgte Arne Müller auf Edgar Friedrich, dieser wurde jedoch bereits 2009 durch Jochen Bußmann ersetzt.

Am 18.01.2010 nahm die Gemeindemusikkapelle als Workshoporchster am 45. Dirigentenkongress im Milchwerk in Radolfzell teil.

Ansonsten stand das Jahr 2010 im Zeichen des großen Umbruchs, auf Helmut Mahler folgte als Bürgermeister und ersten Vorsitzenden der Gemeindemusikkapelle Markus Hugger und Auf Roland Abert folgte als geschäftsführenden Vorsitzenden Florian Zeller.

2011 fand ein Familienkonzert statt um neue Zöglinge für die Gemeindemusikkapelle zu finden. Ausserdem wurde ein Doppelkonzert mit der Trachtenkapelle Münstertal abgehalten.

Am 14.01.2012 löste Christian Schol, Florian Zeller als geschäftsführenden Vorsitzender ab.

Der Höhepunkt des Jahres war die „Night of Sounds“, einem Rockkonzert mit Band. Es war Das letzte Konzert von Jochen Bußmann als Dirigent in Immendingen. Außerdem endete die Tätigkeit von „HIZ“.

2013 Wurde Antal Fenyvesi nach Jochen Bußmann Dirigent der Gemeindemusikkapelle.

Am 19.05.2014 hielt die Gemeindemusikkapelle das Bezirksmusikfest des Bezirkes Hohenhewen ab. Unter dem Motto „Wir blasen euch den Marsch“ gaben acht Bezirkskapellen Ihr Marschmusikrepertoire zum besten. 

Als Ersatz für die aufgrund der zurückgehenden Besucherzahlen eingestellten Beachparty, fand im 2015 das erste Sommerfest statt. Am 08. November wurde das Ehrenmitgliedertreffen des Blasmusikverband Hegau Bodensee in der Donauhalle abgehalten, das Rahmenprogramm sowie das reichhaltige Küchenbuffet fanden großen Anklang bei den Besuchern.

Am 31.03.2016 wurde zum ersten mal ein Tanz in den Mai veranstaltet. Im Anschluss an einen Unterhaltungsteil spielte die Hot Wire Band aus Bräunlingen zum Tanz auf. Es wurde festgelegt dass aufgrund der durchweg positiven Resonanzen diese Veranstaltung jährlich wiederholt werden soll. Außerdem wurde ein Musikerausflug ins Allgäu organisiert.

Im Jahr 2017 beschloss der Gemeinderat die Einführung einer Bläserklasse welche in den zweiten und dritten Klassen der Grundschule stattfinden sollte. Mit der Organisation wurde die Firma Mr. Music beauftragt. Das Anliegen wurde von der Gemeindemusikkapelle angebracht. Träger der Bläserklasse ist die Gemeinde Immendingen. Davon abgesehen Startete im Herbst ein Vororchester.

Auch im Jahr 2018 wurde wieder ein Tanz in den Mai abgehalten. Nach dem Schlossfest am ersten Septemberwochenende war noch der Galaabend der Blasmusik, welcher in diesem Jahr vom Musikverein Hattingen ausgerichtet zu erwähnen.